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Regionalversammlungen 2023
24 Jan 2023 09:09

Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems e.V. und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen veranstalten [ ... ]

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Bundesschau in Alsfeld
12 Jan 2023 14:23Bundesschau in Alsfeld

Schafzüchter aus Niedersachsen erfolgreich auf der Bundesschau in Alsfeld Die bereits für den H [ ... ]

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3.Schaftage Nord-West in Cloppenbur...
24 Nov 2022 14:343.Schaftage Nord-West in Cloppenburg 2022

Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems veranstaltete am 04. und 05. August die 3. Schaftage Nord-W [ ... ]

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Bentheimer Haus- und Nutztiertag un...
23 Nov 2022 15:07Bentheimer Haus- und Nutztiertag und Bockauktion

Bentheimer Haus- und Nutztiertag und Bockauktion Erstmals seit 3 Jahren wurde die Bockauktion am le [ ... ]

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Gefährdete einheimische Schaf- und ...
10 Oct 2022 09:40Gefährdete einheimische Schaf- und Ziegenrassen

Überblick über gefährdete einheimische Schaf- und Ziegenrassen Anläßlich des Kongresses zur Zu [ ... ]

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LandTageNord Jungzüchter
21 Sep 2022 09:35

Bei den Land Tagen Nord in Wüsting fand ebenfalls wieder ein Jungzüchterwettbewerb statt. Am So [ ... ]

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Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems e.V. und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen veranstalten dieses Jahr wieder zwei Informations- und Klönabende für Schafhalter. Schwerpunktmäßig wird über züchterische Ereignisse und Aktivitäten des Verbandes in 2022 berichtet, aber auch aktuelle Themen wie Mutterschafprämie, Schafgesundheit, Wolf und Herdenschutz werden angesprochen.
Die Veranstaltungen sind für alle Teilnehmer kostenfrei. Wir bitten um rege Beteiligung an den Versammlungen und Gesprächen. Gäste sind herzlich willkommen.

Die Veranstaltungen finden statt am:

Mittwoch, 01.02.2023 - 19.00h in Pollmeyers Bauernstuben, Thüler Str. 44, 26169 Frisoythe, Tel:04495/231

Donnerstag, 02.02.2023 - 19.00h im Landhaus Diekmannshausen, Bäderstr. 1, 26349 Jade, Tel: 04455/376

Nähere Informationen erhalten Sie unter 0441/801611 oder This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.">This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. . Klaus Gerdes

Schafzüchter aus Niedersachsen erfolgreich auf der Bundesschau in Alsfeld

Die bereits für den Herbst 2020 geplante Bundesschau Schafe konnte im Oktober in der Hessenhalle in Alsfeld durchgeführt werden. Das Interesse auf Seiten der Züchterschaft war riesig und insgesamt waren mehr als 700 Zuchtschafe aus 42 verschiedenen in Deutschland gezüchteten Schafrassen zur Bundesschau angemeldet. Alle Tiere waren im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Mai geschoren worden, damit sie in einheitlichem und vergleichbaren Wollkleid bewertet und rangiert werden konnten. Insgesamt 16 Preisrichter waren für das Richten der Tiere der unterschiedlichen Rassen zuständig, darunter Dr. H. Melbaum, Haselünne, M. Brockob, Hannover sowie M. Gertenbach, und K. Gerdes aus Oldenburg.

23 Niedersächsische Züchter hatten insgesamt 138 Tiere gemeldet – nur aus Bayern kamen mehr Schafe. Besonders hervorzuheben bei unseren hiesigen Züchtern war der große Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung, z. B. bei der Vorführung von Tieren im Ring. Von allen Rassen am stärksten vertreten war die Rasse Bentheimer Landschaf vor der Rasse Coburger Fuchsschaf.

Bentheimer Landschafe wurden von Züchtern aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und vom Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems aufgetrieben. Die aufgetriebenen Bentheimer wurden je nach Geschlecht und Alter in Klassen von bis zu 6 Zuchttieren eingeteilt und rangiert. Jeweils eine Ia oder Ib-Platzierung erreichten Tiere aus den Zuchtbetrieben  Dobben, Quendorf (4), de Lange, Isterberg, van Amelsvoort, Bad Bentheim (2), Tierpark Nordhorn (2), Bültel, Engden (2) und Schmitz, Werpeloh (4). Insgesamt 4 Tiere aus den Betrieben Dobben, van Amelsvoort und Schmitz wurden zu 309-Bentheimer Landschafe_1 Bundessiegern und das Schaf von van Amelsvoort sowie der Bock von Schmitz zu Rassesiegern erklärt. Der Bock von Schmitz wurde dann noch Champion aller Rassen der Rassegruppe Heide und Moore (Bentheimer Landschafe, Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucken und Skudden) und später im Vergleich mit 7 weiteren Regionenchampion anderer Schafrassen zum drittbesten Tier der gesamten Bundesschau bestimmt. Dieser züchterische Erfolg wurde mit der silbernen  Plakette des Bundesministeriums belohnt. Der niedersächsische Staatssekretär aus dem Landwirtschaftsministerium, Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, war eigens nach Alsfeld gereist, um Grußworte an die Schafzüchter zu richten und den erfolgreichen Züchtern zu gratulieren. Neben den Einzeltierwettbewerben gab es auch Sammlungswettbewerbe. Eine Züchtersammlung aus einem Betrieb besteht aus einem Bock sowie zwei Mutterschafen. Aufgrund der Vielzahl der Meldungen wurden die Züchtersammlungen bei den Bentheimern in zwei Klassen gerichtet. In der ersten Klasse belegte Dobben den dritten Platz und in der zweiten Klasse siegt die Sammlung von Schmitz vor den Sammlungen von Bültel und de Lange. Auch im Sammlungswettbewerb überzeugte die Kollektion von Schmitz. Sie wurde Champion in der Rassegruppe Heide und- Moorschafrassen und im Vergleich mit den anderen 7 Rassegruppensiegern sogar zur drittbesten Sammlung der Bundesschau bestimmt. Schmitz wurde erneut mit einer Medaille des Bundesministeriums geehrt. Kein anderer Züchter der Bundeschau schaffte es mit seinen Tieren sowohl im Einzelwettbewerb als auch im Sammlungswettbewerb unter die ersten drei zu kommen.

Der Züchter de Lange präsentierte neben den Bentheimern auch Coburger Fuchsschafe. Diese Rasse wird in fast allen Bundesländern gezüchtet und die Qualität der ausgestellten Tiere war herausragend. Ein Mutterschaf erreichte eine Ib-Platzierung. Außerdem stellte de Lange eine Ia- Züchtersammlung, die zur zweitbesten Sammlung der Rasse bestimmt  wurde. Er wurde mit der silbernen Plakette der LWK Niedersachsen ausgezeichnet. Im Wettbewerb der Einzeltiere stellten BS 010021 Avramut-Lampe, Jade, und Wachtendorf, Tannenhausen zusammen drei Klassensieger. Das Tier von Avramut-Lampe wurde darüber hinaus zum Wollsieger bestimmt. 

 

Spannend waren auch die Wettbewerbe bei den Rauhwolligen Pommerschen Landschafen. Jeweils einen Klassensieger präsentierten die nds. Züchter Rummel, Achim, Gerken, Syke und Höller aus Rinteln. Letzterer stellte auch die drittbeste Züchtersammlung bei dieser Rasse. Ruröde aus Siedenburg hatte sechs Leineschafe zur Bundesschau gemeldet. Zwei Tiere belegten jeweils einen zweiten Platz und seine Sammlung wurde zum Sieger erklärt. Dafür bekam er die goldene Preismünze der LWK.

Im Richtring der weißen Fleischschafrassen waren Tiere von Schmidt, Berne, Martens, Wardenburg (beide mit Weißköpfigen Fleischschafen) und Dorstmann, Moormerland im Wettbewerb. Ein Mutterschaf von Schmidt wurde Klassensieger und ein weiteres Schaf mit der besten Bemuskelung wurde zum Fleischsieger bestimmt. Dorstmann präsentierte bei den Charollais einen Klassensieger und sein Bock der Rasse Berrichon du Cher wurde zum zweitbesten Tier (Vizechampion) in diesem Richtring erklärt.

Bei den Rassen Graue Gehörnte Heidschnucke und Ostfriesisches Milchschaf nahmen jeweils nur einzelne Tiere aus Niedersachsen an der Bundesschau teil. Die beiden Milchschafe aus der Zucht von Brockhaus, Löningen (vorgestellt von Avramut-Lampe) gefielen den Preisrichtern und waren ein Aushängeschild für die Rasse. Harms, Eldingen, stellte bei den Heidschnucken ein Ia-Tier und den Rassesieger. Der Ia-Bock von Oehlerking, Fallingbostel, wurde auch Wollsieger der Rasse.

Auch mit Zuchtschafen der ausländischen Rassen Romanow, Jakobschaf, Ouessant und Juraschaf waren niedersächsische Züchter erfolgreich auf der Bundesschau vertreten. Juraschafe wurden erstmals ausgestellt. Der Bock von Schmitz, Werpeloh, wurde Klassensieger und Wollsieger bei dieser Rasse. Bei den Romanow-Schafen kamen sowohl der Reservesieger als auch der Wollsieger aus dem Stall von Katja und Ingo Barz. Die 35 gemeldeten Ouessantschafe wurden in sechs Klassen rangiert. Wenzel aus Oldenburg hatte ein Ia- Schaf und ein Bock von Müller aus Achim erreichte eine Ib-Platzierung. Zum Sammlungswettbewerb hatten 8 Züchter mit jeweils einem Bock und zwei Muttertieren gemeldet. Hier konnte sich die Kollektion von Wenzel gegen die starke Konkurrenz durchsetzen und wurde zur Siegersammlung erklärt. Der züchterische Erfolg wurde mit der silbernen Plakette des Landwirtschaftsministeriums belohnt. Mit 32 gemeldeten Tieren war auch die Konkurrenz bei der Rasse Jakobschaf erfreulich groß. Priebe aus Nordsehl hatte die Siegersammlung und Foerster-Dalchow aus Sottmar die drittbeste Züchtersammlung. Drei der sechs möglichen Klassensieger kamen aus dem Stall von Priebe. Ein dreijähriges Mutterschaf von ihm wurde Rassesieger, Champion im Ring der ausländischen Rassen und zum fünftbesten Tier der gesamten Bundesschau erklärt. Der Züchter wurde mit der bronzenen Plakette des Bundesministeriums ausgezeichnet.

Als letzte Richtentscheidung der Bundesschau war noch ein Wettbewerb mit Verbandssammlungen ausgeschrieben. Hier besteht eine Kollektion aus zwei Zuchtböcken und vier Mutterschafen aus einem Zuchtverband. Traditionell konkurriert hier bei der Rasse Bentheimer Landschaf die Sammlung vom Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems mit der Sammlung aus Nordrhein-Westfalen. Erneut entwickelten die Züchter aus dem Ursprungszuchtgebiet der Rasse Bentheimer Landschaf großen Ehrgeiz, stellten die am besten passenden Tiere zusammen und gewannen den Titel Siegersammlung. Jeweils einen zweiten Platz belegte die Verbandssammlung vom Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems bei den Coburger Fuchsschafen und die Kollektion vom Landesschafzuchtverband Niedersachsen bei der Rasse Rauwolliges Pommersches Landschaf.

Neben den Richtwettbewerben gab es auf der Bundesschau ein fangreiches Rahmenprogramm.  002-Malschafe Bundesschafschau_2022_2

Der hessische Landesbetrieb Landwirtschaft hatte Vorträge und Fachgespräche organisiert, für Kinder / Jugendliche gab es einen Malwettbewerb und  zahlreiche Fachfirmen waren mit Informationsständen und Ausstellungsmaterial rund ums Schaf vertreten. Auf dem  Züchterabend gab es Begegnungen mit Züchtern aus dem gesamten Bundesgebiet und es wurden neue Freundschaften geschlossen. Insgesamt waren alle Züchter und Besucher von dieser Bundesschau begeistert und brachten die Hoffnung zum Ausdruck, dass dieser Bundeswettbewerb in nicht zu langer Zukunft wiederholt werden sollte. Klaus Gerdes, LWK Niedersachsen

Bentheimer Haus- und Nutztiertag und Bockauktion

Erstmals seit 3 Jahren wurde die Bockauktion am letzten Juliwochenende wieder zusammen mit dem Bentheimer Haus- und Nutztiertag durchgeführt. Das interessante Rahmenprogramm lockte zahlreiche Besucher auf den Platz rund um die Reithalle in Uelsen. Die gemeinsame Veranstaltung dient auch der Kontaktpflege zur Politik, denn Landwirtschaft, die mit den Schafen betriebene Landschaftspflege zum Erhalt besonderer Lebensräume wie Sand- und Moorheiden und auch die Probleme mit der ständig zunehmenden Wolfspopulation sind inzwischen bekanntlich hoch politische Themen. Zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung zum Haus- und Nutztiertag gefolgt. Darunter auch der aus der Grafschaft Bentheim stammende Minister Reinhold Hilbers, der emsländische Landrat Marc-Andre Burgdorf und die Bürgermeister aus Nordhorn und Uelsen.

Für den Landes - Schafzuchtverband Weser-Ems war es die 28. Kör- und Absatzveranstaltung für Bentheimer Landschafe auf dem Platz in Uelsen. 20 Züchter aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hatten 71 Jungböcke angemeldet. 59 Böcke wurden schließlich gekört und nachmittags zur Auktion gebracht. 

Bei den Bentheimer Landschafen gewinnt die Zucht auf Scrapieresistenz an Bedeutung. 45 der angemeldeten Tiere hatten bereits den gewünschten Genotyp ARR/ARR. Tiere ohne ARR-Allel durften nicht mehr aufgetrieben werden. Fünf Zuchttierbestände konnten von der LWK Niedersachsen bereits als scrapieresistent anerkannt worden.

An der Eliteauktion für die Rasse Bentheimer Landschaf dürfen Züchter aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen. Dadurch wird der genetische Austausch zwischen den Populationen in den einzelnen Landesverbänden gefördert. Besondere Regelungen oder Hygienemaßnahmen brauchten bei der Veranstaltung im Freigelände nicht mehr eingehalten werden. Dennoch wurden alle Kaufinteressenten im Vorfeld gebeten, sich anzumelden und registrieren zu lassen. Das hatte auch den Vorteil, dass im Vorfeld Bieternummern vergeben werden konnten. Da hierdurch die Dokumentation der Verkäufe und Erstellung der Abrechnungen erheblich vereinfacht werden, soll auch in Zukunft an diesem System festgehalten werden.

Höchstpreis von 1.100 Euro für Bentheimer Jährlingsbock DSC04455

Vormittags wurden die Jungböcke gewogen und der Körkommission vorgestellt. Mehrere Böcke genügten den Anforderungen der Körkommission nicht und wurden nicht gekört bzw. am Veranstaltungstag von den Züchtern zurückgezogen. 30 in der Zuchtwertklasse I gekörte Jährlingsböcke nahmen an der Prämierung teil. Als Preisrichter fungierten der Vorsitzende vom Landes-Schafzuchtverband, Ludwig Schmitz, sowie der Zuchtleiter, Klaus Gerdes. Sie waren mit der Qualität des Jahrgangs sehr zufrieden. Zahlreiche Böcke waren sehr rassetypisch und zeigten auch die gewünschte Pigmentierung am Kopf. Jeweils einen Klassensieger bei den Jährlingsböcken stellten die Züchter Zwafink, Uelsen, de Lange, Isterberg, Ebert, Lemgo, der Heilpädagogische Bauernhof aus Uelsen und Schmitz, Werpeloh. Siegerbock wurde schließlich der 103 kg schwere und gut herausgebrachte Bock vom Heilpädagischen Bauernhof Uelsen. Der Bock hatte bereits bei der Körung die Höchstnoten 9 für die Ausprägung der Bemuskelung und für das tadellose Exterieur bekommen. Der Zuchtbetrieb wurde von Minister Hilbers mit der silbernen Medaille des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums geehrt. Der Züchter Schmitz hatte den Reservesieger und bekam die goldene Medaille der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, VDL. Über die Auszeichnung mit der silbernen Medaille der VDL freute sich die Züchterin Ebert aus Lemgo. Mit einem Zuschlagspreis von 1.100 Euro war der Reservesieger von Schmitz teuerster Bock der Veranstaltung. Die 26 verkauften Jährlingsböcke erzielten einen Durchschnittspreis von 471 Euro (Vorjahr: 485 Euro). Die drei aufgetriebenen Altböcke erlösten im Schnitt 433 Euro. Klassensieger war hier ein kräftiges, aber harmonisches Tier von de Lange.

20 Lammböcke konkurrierten in drei Klassen um den Sieg. Schöppner aus Hoogstede hatte zwei Ia-Böcke wovon der jüngere zum Sieger erklärt wurde. Der dritte Klassensieger kam aus der Zucht von Steenken, Werpeloh. Die Züchter Schöppner und Steenken wurden mit der goldenen / silbernen Preismünze der LWK ausgezeichnet. Alle Klassensieger erhielten außerdem Präsente, die von den Landkreisen Bentheim und Emsland, von der Gemeinde Uelsen, der Uelsen Touristik, dem Zuchtverband und von der Firma Horn zur Verfügung gestellt wurden.

Insgesamt wurden in Uelsen 18 Lammböcke zu einem Durchschnittspreis von 431 Euro verkauft (2021: 450 Euro).

Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems war am Ende der Veranstaltung mit dem Verlauf und dem Verkaufsergebnis zufrieden. Hinterher wurde noch mit Organisatoren und Vertretern anderer Vereine über die Ausgestaltung vom Haus- und Nutztiertag diskutiert. Alle waren sich darin einig, dass die traditionelle Bockauktion auch künftig im Rahmen des Bentheimer Haus- und Nutztiertages durchgeführt werden sollte. Klaus Gerdes, LWK Niedersachsen

Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems veranstaltete am 04. und 05. August die 3. Schaftage Nord-West in der Münsterlandhalle in Cloppenburg. Züchter und Kaufinteressenten freuten sich, dass die Veranstaltung wie in den beiden Vorjahren in Präsenz durchgeführt werden konnte. Allerdings war im Frühjahr die eigentliche große Münsterlandhalle wegen bautechnischer Mängel gesperrt worden und darf auch weiterhin nicht genutzt werden. Der Schafzuchtverband hatte sich im Vorfeld die für Rinderauktionen der Masterrind genutzte Nebenhalle angeschaut und entschieden, den Standort nicht zu wechseln und wie der Rinderzuchtverband die Nebenhalle und die Anbindehalle zu nutzen.

Verantwortliche des Zuchtverbandes und Besucher der Veranstaltung äußerten den Wunsch, dass die traditionsreiche Nebenhalle Cloppenburg Münsterlandhalle baldmöglichst wiederhergerichtet und für die zahlreichen Schauen und Auktionen der verschiedenen Vereine nutzbar gemacht wird.

Am ersten Tag durften nur Zuchttiere aus Maedi-unverdächtigen Zuchtbeständen aufgetrieben werden. Bereits seit knapp 20 Jahren beteiligen sich Milchschaf- und Texelzüchter aus ganz Niedersachsen an dieser Absatzveranstaltung. Am zweiten Tag der Schaftage wurden Zuchttiere weiterer Rassen, Weißköpfiges Fleischschaf, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Suffolk, Charollais, Berrichon du Cher und Merinolandschaf angeboten. Alle Böcke waren vorab genotypisiert worden und hatten ausschließlich den gewünschten Scrapie-Genotyp ARR/ARR. Alle Böcke wurden vorab auf den Zuchtbetrieben gekört und es wurde stark selektiert, so dass nur bestes Tiermaterial zur Auktion gelangte. Viel Wert wurde bei der Auswahl der Tiere auf ein korrektes Fundament und eine möglichst breite Palette der Blutlinien gelegt. Bei der Selektion der Milchschaf-Jungböcke wurden vor allem der Milchschaftyp und auch die Bewertung ihrer Mütter hinsichtlich der Euterqualität berücksichtigt. Auch alle Fleischschafböcke wurden vorselektiert. Alle Jungböcke wurden bereits im Züchterstall gewogen und die Lebenstagzunahmen ausgewiesen. Bei den meisten Fleischschafböcken wurden zudem im Alter von 80 – 120 Tagen per Ultraschall die Muskeldicke und die Fettauflage am Rückenmuskel gemessen. Alle Ergebnisse und auch die neuen BLUP-Zuchtwerte bezüglich Fruchtbarkeit, Fleischleistung und Exterieur wurden in den Katalogen abgebildet.

Alle Kaufinteressenten waren aufgefordert worden, sich vorher beim Landes-Schafzuchtverband anzumelden und registrieren zu lassen. Sie erhielten neben dem Verkaufskatalog auch eine Bieternummer. Die Bezahlung der Tiere erfolgte fast ausnahmslos kontaktlos per EC-Karte. Am Beginn der Veranstaltung begrüßte der Vorsitzende, Ludwig Schmitz, Fachpublikum aus zahlreichen Bundesländern und aus dem benachbarten Ausland und freute sich über das Interesse. Die Nachfrage an Böcken der Rassen Ostfriesisches Milchschaf und Texel war auch in diesem Jahr recht groß und es gab wenig Überstand. Erfreulich war auch, dass insgesamt 11 Milchschafböcke an eine große Milchschaffarm in England verkauft werden konnten.

Die 35 verkauften Milchschaf- Lammböcke erzielten einen Durchschnittspreis von 520 Euro. Teuerster Bock wurde in diesem Jahr ein weißer Lammbock aus der Zucht von Melbaum, Haselünne. Für 1.400 Euro wechselte der Ia- Bock der älteren Klasse in einen Zuchtbetrieb nach Hessen. Melbaum stellte wie Markus aus Leezdorf zwei Klassensieger. Die beiden anderen Ia- Böcke stammten von den bekannten Zuchtbetrieben Rüdebusch, Augustgroden und Schröder, Moordorf. Siegerbock bei den weißen Lammböcken wurde ein wuchtiger, 90 kg schwerer Bock aus dem Stall von Markus, vor einem etwas edleren und auch sehr rassetypischen und korrekten Bock von Rüdebusch. Die Züchter wurden mit der silbernen Medaille des Landwirtschaftsministeriums bzw. der goldenen Preismünze der Landwirtschaftskammer geehrt. Beide Tiere waren bei der Körung mit der Höchstnote 9 im Merkmal Bemuskelung / Fleischfülle bewertet worden.

Die beiden besten schwarzen Milchschafböcke präsentierte in diesem Jahr die Zuchtgemeinschaft Friedrichshof aus Heede. Auf der Auktion war die Nachfrage nach schwarzen Tieren nicht sehr groß, aber inzwischen sind alle Zuchttiere vermarktet. Die beiden besten weiblichen Tiere hatten in diesem Jahr Schröder und Beckmann-Ihnen, Emden. 12 verkaufte Jungschafe erzielten einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 325 Euro.

Neben den Milchschafen wurden 37 Texel (Vorjahr: 43) und 1 Charollaisbock zum Verkauf angeboten. Die Texeljährlinge / Lammböcke kosteten durchschnittlich 450 / 492 Euro. Lediglich 6 jüngere Lammböcke fanden am Auktionstag keinen neuen Besitzer. Die Lammböcke wurden in fünf Altersklassen eingeteilt und rangiert. Die fünf Klassensieger stellten die Züchter Lübkemann, Stolzenau, Bremer aus Balge, Voß, Bad Bodenteich, Wacker, Wehrbleck, und Jacobsen, Volkensen. Zum Siegerbock erklärten die Preisrichter Lamparter, Baden-Württemberg und Scheffler, Hude, einen sehr harmonischen, korrekten und stark bemuskelten Bock von Lübkemann. Der Züchter wurde mit der silbernen Plakette des Ministeriums geehrt. Für den Reservesieger bekam der Zuchtbetrieb Voß die silberne Preismünze der Landwirtschaftskammer. Der Siegerbock konnte für 600 Euro im Auktionsring verkauft werden. Spitzenpreise von jeweils 1.100 Euro allerdings bekam der Züchter Wacker aus Wehrbleck für zwei Tiere mit einer interessanten englischen Blutführung. Die Tiere decken jetzt in auswärtigen Züchterställen. Dreider vier angebotenen Texel-Jungschafe wechselten für durchschnittlich 260 Euro den Besitzer. Das Ia-Tier kam aus der Zucht von Wilke, Heeslingen. Der einzige Charollaisbock von Moormann aus Essen wurde für 400 Euro dem neuen Besitzer zugeschlagen.

Nach dem Abtrieb der verkauften Zuchtschafe wurde in der Halle fleißig gesäubert, neu eingestreut und auch alles für den zweiten Tag der Schaftage-Nord-West vorbereitet. Auch für die Fleischschafe gab es einen eigenen Auktionskatalog. Der Auftrieb war mit 108 angemeldeten Tieren größer als im Vorjahr.

Versteigerung von Fleischschafböcken in Cloppenburg DSC04633

Insbesondere die Züchter von Schwarzköpfigen Fleischschafen waren mit dem Verkauf der Tiere am zweiten Tag der Schaftage Nord-West sehr zufrieden. Alle Tiere fanden zu guten Durchschnittspreisen einen neuen Besitzer. Voigt aus Berne und Vrielink, aus Nordhorn stellten die Klassensieger. Voigt hatte sowohl den besten Jährlingsbock als auch den Reservesieger bei den Lammböcken und wurde mit einer Ehrenurkunde der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet. Vrielink hatte den Sieger bei den Lammböcken und erhielt eine silberne Preismünze der LWK. Voigt präsentierte auch vier schicke Jungschafe, die für durchschnittlich 263 Euro in einen neuen Züchterstall wechselten.

Auch die Rasse Suffolk erzielte in diesem Jahr gute Durchschnittspreise. Dazu gehört auch der durchschnittliche Verkaufspreis von über 400 Euro für die sechs von Dreher, Halsbek und Dreyer, Moorhausen aufgetriebenen Suffolk-Jungschafe.

Teuerster Bock war der Sieger-Lammbock von Tuma, Lemförde. Wegen seiner starken Bemuskelung und einem tadellosen Exterieur hatte das Tier bei der Körung die Note 8 in allen drei Merkmalen bekommen. Nach einem spannenden Bieterduell, welches dem Auktionator Brockhoff sichtbar Freude bereitete, wurde der Bock schließlich für 1.650 Euro einem bekannten Züchter aus Schleswig-Holstein zugeschlagen. Mit 529 Euro für 12 verkaufte Tiere erzielten die Suffolklammböcke einen guten Durchschnittspreis. Die beiden anderen Ia –Lammböcke stellten die Züchter Dreher und Dreyer. Die 23 in Zuchtwertklasse I gekörten Jährlinge wurden in 4 Altersklassen rangiert. Die Klassensieger kamen aus den Zuchten von Dreher und Dreyer sowie Onken, Stadland und Rüdebusch, Augustgroden. Siegerbock wurde schließlich der 115 kg schwere und sehr gut bemuskelte Bock von Dreyer. Der züchterische Erfolg wurde mit der silbernen Plakette des Landwirtschaftsministeriums und einem Pokal der Stadt Cloppenburg belohnt. Rüdebusch bekam für den Reservesieger die bronzene Preismünze der Landwirtschaftskammer. Von den 24 angebotenen Jährlingsböcken der Rasse konnten 23 für durchschnittlich 607 Euro verkauft werden. Mit dem Zuschlagspreis von 1.500 Euro war der Siegerbock auch gleichzeitig der teuerste Jährlingsbock.

Alle sechs von Dorstmann, Moormerland, ausgestellten Böcke der Rasse Charollais konnten verkauft werden. Teuerster Bock war hier mit 750 Euro der Ia – Jährlingsbock. Auch der einzige aufgetriebene Jährling der Rasse Berrichon du Cher fand für 700 Euro einen neuen Besitzer.

Das Kontingent an Weißköpfigen Fleischschafen war in diesem Jahr mit 34 Tieren mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr. Allerdings konnten am Auktionstag nicht alle Tiere verkauft werden. Neun Jährlinge und zwölf verkaufte Lammböcke erlösten im Schnitt 550 / 404 Euro. Bei den Jährlingen kamen beide Klassensieger aus dem Betrieb Köhne, Nordenham, wofür er eine bronzenen Plakette der LWK bekam. Sieger bei den Lammböcken wurde ein 80 kg schwerer, harmonischer und gut herausgebrachter Jungbock von Warnke, Butjadingen vor einem Bock von Schmidt aus Berne. Einen weiteren Klassensieger stellte Vorrath aus Ense, NRW. Die hiesigen Weißkopfzüchter freuten sich über die Beteiligung der Züchter aus Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Bei der Kaufentscheidung für fleischbetonte Böcke werden erfahrungsgemäß vor allem das Gewicht und die Bemuskelungsnote berücksichtigt. Allerdings schauen zahlreiche Kaufinteressenten auch auf die tägliche Zunahme der Zuchttiere und zunehmend auch auf die errechneten Zuchtwerte, die neben den eigenen Leistungen sämtliche Verwandteninformationen berücksichtigen. Auch jetzt stehen noch einzelne gute, geprüfte Jungböcke und Jungschafe zum Verkauf. Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstellen der Schafzuchtverbände.

Klaus Gerdes, LWK Niedersachsen

Überblick über gefährdete einheimische Schaf- und Ziegenrassen

Anläßlich des Kongresses zur Zucht und Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen stellte Klaus Gerdes (Landwirtschaftskammer Niedersachen, Zuchtleitung der niedersächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbände)

anhand von Zahlen die Organisation der Schaf- und Ziegenzucht vor: 

Die Herdbuchzucht spielt in Deutschland mit 2.900 Schaf- und knapp 800 Ziegenzuchtbeständen nach wie vor eine bedeutende Rolle. Bei den Schafen unterscheiden wir zwischen Fleischschafrassen, Merinorassen, Landschafrassen,GerdesDSZ Haarschafrassen und Milchschafen. Bei den Ziegen ist die Unterscheidung ähnlich. Auch hier gibt es Milchziegenrassen, Fleischziegenrassen, Landziegenrassen sowie Angoraziegen bzw. Kaschmirziegen. Alle Zuchtverbände sind in den beiden Dachorganisationen Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, VDL, und Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter, BDZ, organisiert. In den Zuchtbüchern der 17 Schafzuchtverbände und 14 Ziegenzuchtverbände sind etwa 116.000 Zuchtschafe und 15.700 Zuchtziegen eingetragen (VDL Jahresbericht 2020, BDZ Jahresbericht 2020). Alle Zuchtverbände haben 2018 ihre Satzungen an das neue EU-Tierzuchtrecht angepasst und in den Mitgliederversammlungen beschließen lassen. Die neuen Satzungen haben einen Teil A mit den

vereinsrechtlichen Statuten und einen Teil B mit tierzuchtrechtlichen Regularien. Die allen Züchtern bekannten Zuchtbuchordnungen gehören der Vergangenheit an. Dafür gibt es jetzt seit 2018 für alle 94 in Deutschland gezüchteten Schaf- und Ziegenrassen Zuchtprogramme.

Zwecks Anpassung an veränderte tierzuchtrechtliche Bestimmungen mussten alle Zuchtprogramme bereits 2021 geändert, erneut beschlossen und von den Tierzuchtbehörden genehmigt werden. Jedes Zuchtprogramm umfasst vier- fünf DIN A4-Seiten. Der Inhalt gliedert sich in elf Punkte je Rasse und reicht von der Rassebeschreibung über die Definition des Zuchtziels bis hin zur Abstammungssicherung. Bei allen gefährdeten Rassen ist als allgemeines Zuchtziel „die Erhaltung der typischen Zuhörer Rasseeigenschaften bei gleichzeitiger Beibehaltung der genetischen Vielfalt, wobei eine Verbesserung der Rasse entsprechend der Selektionskriterien angestrebt wird“, Bestandteil des Zuchtprogramms. Bei allen nicht / nur leicht gefährdeten Rassen ist es jetzt möglich, Böcke zu kören, wenn die Großmutter mütterlicherseits in der zusätzlichen Abteilung, Klasse C (Vorbuch) eingetragen ist. Bei stärker gefährdeten Rassen (dazu zählen jetzt die drei einheimischen Ziegenrassen und die alpinen Schafrassen) ist eine beschleunigte Aufstiegsregelung eingeführt worden und Böcke können auch gekört werden, wenn die Bockmutter in Klasse C eingetragen ist. Für stark gefährdete Rassen kann jetzt sogar ein Vorbuch für Böcke eingerichtet werden. Mit den neuen Regelungen zur Einteilung des Zuchtbuches ist es somit für die Züchter etwas einfacher geworden, fremde / unbekannte Gene aufzunehmen und neue Blutlinien aufzubauen.

Einheimische Schaf-und Ziegenrassen

In den Listen einheimischer Nutztierrassen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE, sind je nach Rasse die Anzahl männlicher und weiblicher Zuchttiere, die errechnete effektive Populationsgröße und die vom Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen vorgenommene Einstufung in Gefährdungskategorien aufgeführt.

Tab.1: Liste einheimischer und gefährdeter Schafrassen (BLE 2021)

  Anzahl Herdbuchtiere (2019)
Rasse weiblich männlich Ne Gefährungskategorie
Alpines Steinschaf 1.150 115 418 BEO
Bentheimer Landschaf 3.738 160 614 BEO
Braunes Bergschaf 1.342 74 281 BEO
Brillenschaf 933 71 264 BEO
Coburger Fuchsschaf 4.573 275 1.038 BEO
Graue Geh. Heidschnucke 4.225 236 894 BEO
Krainer Steinschaf 1.171 132 475 BEO
Leineschaf 3.976 137 530 BEO
Merionofleischschaf 6.105 146 570 BEO
Merionolangwollschaf 4.903 126 491 BEO
Ostfriesisches Milchschaf 3.169 219 819 BEO
Rauhw. Pomm. Landschaf 3.064 229 852 BEO
Rhönschaf 6.837 259 998 BEO
Schwarzes Bergschaf 212 20 73 ERH
Skudde 2.856 268 980 BEO
Waldschaf 1.372 100 373 BEO
Weiße Geh. Heidschnucke 1.241 83 311 BEO
Weiße hornl. Heidschnucke 2.646 125 477 BEO
Weißes Bergschaf (inkl. Gesch.) 2.189 123 466 BEO
Weißköpfiges Fleischschaf 1.912 102 387 BEO
Summe 20 Rassen 57.614 3.000    

Bei den einheimischen Schafrassen sind bis auf die beiden Rassen Merinolandschaf und Schwarzköpfiges Fleischschaf und die beiden neuen Haarschafrassen Nolana und Braunes Haarschaf, alle einheimischen Schafrassen als Beobachtungspopulation (BEO), oder Erhaltungspopulation (ERH) und damit als gefährdet eingestuft. Von bundesweit 116.000 eingetragenen Zuchtschafen gehören mehr als 60.000 (52 %) einer der 20 gefährdeten Rassen an.

Tab.2: Liste einheimischer und gefährdeter Ziegenrassen (BLE 2021)

  Anzahl Herdbuchtiere (2019)
Rasse weiblich männlich Ne Gefährungskategorie
Bunte Deutsche Edelziege 4.770 216 827 BEO
Thüringer Waldziege 1.896 196 711 BEO
Weiße Deutsche Edelziege 4.348 199 761 BEO
Summe 3 Rassen 11.014 611    

Bei den Ziegen ist der Prozentsatz sogar noch höher. Mehr als 11.600 (74 %) der 15.700 insgesamt in den Herdbüchern eingetragenen Zuchtziegen sind Thüringer Wald Ziegen, Bunte Deutsche Edelziegen und Weiße Deutsche Edelziegen, die als gefährdet gelten und als Beobachtungspopulation eingestuft sind.

Die Züchter sowie die Schaf- und Ziegenzuchtverbände tragen gerne dazu bei, die genetische Vielfalt und das Kulturerbe der einheimischen Rassen zu erhalten. Das gilt besonders auch für die gefährdeten Rassen. Aber die Herdbuchzucht kostet Geld. In einigen Bundesländern wird die Zucht best. Rassen gefördert und die Züchter können eine sog. Zuchterhaltungsprämie beantragen. Auch bei den Zuchtverbänden fallen Kosten an, z.B. für Personal, Zuchtleitung, Bürobedarf, Internet, Datenbank, Genehmigungen von Zuchtprogrammen, Durchführung und Erfassung der Leistungsprüfungen, Fahrten zu Betriebsbesuchen und Veranstaltungen, Zuchtwertschätzung, Abstammungssicherung, usw., die je nach Verband (Struktur und Organisation unterschiedlich) zwischen 6 und 7 Euro je Zuchttier liegen können (Brockob, 2022). Gemäß Tierzuchtgesetz haben die Länder die Aufgabe, die Zucht auch durch die Bereitstellung öffentlicher Mittel so zu fördern, dass eine genetische Vielfalt und das Kulturerbe der einheimischen Rassen erhalten werden. Die Möglichkeiten zur Unterstützung sind sehr vielfältig und werden in den Ländern unterschiedlich ausgeschöpft bzw. umgesetzt. Das Engagement der Züchter und der jeweiligen Verbände sollte auch künftig in allen Bundesländern wertgeschätzt und honoriert werden.

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