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Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems veranstaltete am 04. und 05. August die 3. Schaftage Nord-West in der Münsterlandhalle in Cloppenburg. Züchter und Kaufinteressenten freuten sich, dass die Veranstaltung wie in den beiden Vorjahren in Präsenz durchgeführt werden konnte. Allerdings war im Frühjahr die eigentliche große Münsterlandhalle wegen bautechnischer Mängel gesperrt worden und darf auch weiterhin nicht genutzt werden. Der Schafzuchtverband hatte sich im Vorfeld die für Rinderauktionen der Masterrind genutzte Nebenhalle angeschaut und entschieden, den Standort nicht zu wechseln und wie der Rinderzuchtverband die Nebenhalle und die Anbindehalle zu nutzen.

Verantwortliche des Zuchtverbandes und Besucher der Veranstaltung äußerten den Wunsch, dass die traditionsreiche Nebenhalle Cloppenburg Münsterlandhalle baldmöglichst wiederhergerichtet und für die zahlreichen Schauen und Auktionen der verschiedenen Vereine nutzbar gemacht wird.

Am ersten Tag durften nur Zuchttiere aus Maedi-unverdächtigen Zuchtbeständen aufgetrieben werden. Bereits seit knapp 20 Jahren beteiligen sich Milchschaf- und Texelzüchter aus ganz Niedersachsen an dieser Absatzveranstaltung. Am zweiten Tag der Schaftage wurden Zuchttiere weiterer Rassen, Weißköpfiges Fleischschaf, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Suffolk, Charollais, Berrichon du Cher und Merinolandschaf angeboten. Alle Böcke waren vorab genotypisiert worden und hatten ausschließlich den gewünschten Scrapie-Genotyp ARR/ARR. Alle Böcke wurden vorab auf den Zuchtbetrieben gekört und es wurde stark selektiert, so dass nur bestes Tiermaterial zur Auktion gelangte. Viel Wert wurde bei der Auswahl der Tiere auf ein korrektes Fundament und eine möglichst breite Palette der Blutlinien gelegt. Bei der Selektion der Milchschaf-Jungböcke wurden vor allem der Milchschaftyp und auch die Bewertung ihrer Mütter hinsichtlich der Euterqualität berücksichtigt. Auch alle Fleischschafböcke wurden vorselektiert. Alle Jungböcke wurden bereits im Züchterstall gewogen und die Lebenstagzunahmen ausgewiesen. Bei den meisten Fleischschafböcken wurden zudem im Alter von 80 – 120 Tagen per Ultraschall die Muskeldicke und die Fettauflage am Rückenmuskel gemessen. Alle Ergebnisse und auch die neuen BLUP-Zuchtwerte bezüglich Fruchtbarkeit, Fleischleistung und Exterieur wurden in den Katalogen abgebildet.

Alle Kaufinteressenten waren aufgefordert worden, sich vorher beim Landes-Schafzuchtverband anzumelden und registrieren zu lassen. Sie erhielten neben dem Verkaufskatalog auch eine Bieternummer. Die Bezahlung der Tiere erfolgte fast ausnahmslos kontaktlos per EC-Karte. Am Beginn der Veranstaltung begrüßte der Vorsitzende, Ludwig Schmitz, Fachpublikum aus zahlreichen Bundesländern und aus dem benachbarten Ausland und freute sich über das Interesse. Die Nachfrage an Böcken der Rassen Ostfriesisches Milchschaf und Texel war auch in diesem Jahr recht groß und es gab wenig Überstand. Erfreulich war auch, dass insgesamt 11 Milchschafböcke an eine große Milchschaffarm in England verkauft werden konnten.

Die 35 verkauften Milchschaf- Lammböcke erzielten einen Durchschnittspreis von 520 Euro. Teuerster Bock wurde in diesem Jahr ein weißer Lammbock aus der Zucht von Melbaum, Haselünne. Für 1.400 Euro wechselte der Ia- Bock der älteren Klasse in einen Zuchtbetrieb nach Hessen. Melbaum stellte wie Markus aus Leezdorf zwei Klassensieger. Die beiden anderen Ia- Böcke stammten von den bekannten Zuchtbetrieben Rüdebusch, Augustgroden und Schröder, Moordorf. Siegerbock bei den weißen Lammböcken wurde ein wuchtiger, 90 kg schwerer Bock aus dem Stall von Markus, vor einem etwas edleren und auch sehr rassetypischen und korrekten Bock von Rüdebusch. Die Züchter wurden mit der silbernen Medaille des Landwirtschaftsministeriums bzw. der goldenen Preismünze der Landwirtschaftskammer geehrt. Beide Tiere waren bei der Körung mit der Höchstnote 9 im Merkmal Bemuskelung / Fleischfülle bewertet worden.

Die beiden besten schwarzen Milchschafböcke präsentierte in diesem Jahr die Zuchtgemeinschaft Friedrichshof aus Heede. Auf der Auktion war die Nachfrage nach schwarzen Tieren nicht sehr groß, aber inzwischen sind alle Zuchttiere vermarktet. Die beiden besten weiblichen Tiere hatten in diesem Jahr Schröder und Beckmann-Ihnen, Emden. 12 verkaufte Jungschafe erzielten einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 325 Euro.

Neben den Milchschafen wurden 37 Texel (Vorjahr: 43) und 1 Charollaisbock zum Verkauf angeboten. Die Texeljährlinge / Lammböcke kosteten durchschnittlich 450 / 492 Euro. Lediglich 6 jüngere Lammböcke fanden am Auktionstag keinen neuen Besitzer. Die Lammböcke wurden in fünf Altersklassen eingeteilt und rangiert. Die fünf Klassensieger stellten die Züchter Lübkemann, Stolzenau, Bremer aus Balge, Voß, Bad Bodenteich, Wacker, Wehrbleck, und Jacobsen, Volkensen. Zum Siegerbock erklärten die Preisrichter Lamparter, Baden-Württemberg und Scheffler, Hude, einen sehr harmonischen, korrekten und stark bemuskelten Bock von Lübkemann. Der Züchter wurde mit der silbernen Plakette des Ministeriums geehrt. Für den Reservesieger bekam der Zuchtbetrieb Voß die silberne Preismünze der Landwirtschaftskammer. Der Siegerbock konnte für 600 Euro im Auktionsring verkauft werden. Spitzenpreise von jeweils 1.100 Euro allerdings bekam der Züchter Wacker aus Wehrbleck für zwei Tiere mit einer interessanten englischen Blutführung. Die Tiere decken jetzt in auswärtigen Züchterställen. Dreider vier angebotenen Texel-Jungschafe wechselten für durchschnittlich 260 Euro den Besitzer. Das Ia-Tier kam aus der Zucht von Wilke, Heeslingen. Der einzige Charollaisbock von Moormann aus Essen wurde für 400 Euro dem neuen Besitzer zugeschlagen.

Nach dem Abtrieb der verkauften Zuchtschafe wurde in der Halle fleißig gesäubert, neu eingestreut und auch alles für den zweiten Tag der Schaftage-Nord-West vorbereitet. Auch für die Fleischschafe gab es einen eigenen Auktionskatalog. Der Auftrieb war mit 108 angemeldeten Tieren größer als im Vorjahr.

Versteigerung von Fleischschafböcken in Cloppenburg DSC04633

Insbesondere die Züchter von Schwarzköpfigen Fleischschafen waren mit dem Verkauf der Tiere am zweiten Tag der Schaftage Nord-West sehr zufrieden. Alle Tiere fanden zu guten Durchschnittspreisen einen neuen Besitzer. Voigt aus Berne und Vrielink, aus Nordhorn stellten die Klassensieger. Voigt hatte sowohl den besten Jährlingsbock als auch den Reservesieger bei den Lammböcken und wurde mit einer Ehrenurkunde der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet. Vrielink hatte den Sieger bei den Lammböcken und erhielt eine silberne Preismünze der LWK. Voigt präsentierte auch vier schicke Jungschafe, die für durchschnittlich 263 Euro in einen neuen Züchterstall wechselten.

Auch die Rasse Suffolk erzielte in diesem Jahr gute Durchschnittspreise. Dazu gehört auch der durchschnittliche Verkaufspreis von über 400 Euro für die sechs von Dreher, Halsbek und Dreyer, Moorhausen aufgetriebenen Suffolk-Jungschafe.

Teuerster Bock war der Sieger-Lammbock von Tuma, Lemförde. Wegen seiner starken Bemuskelung und einem tadellosen Exterieur hatte das Tier bei der Körung die Note 8 in allen drei Merkmalen bekommen. Nach einem spannenden Bieterduell, welches dem Auktionator Brockhoff sichtbar Freude bereitete, wurde der Bock schließlich für 1.650 Euro einem bekannten Züchter aus Schleswig-Holstein zugeschlagen. Mit 529 Euro für 12 verkaufte Tiere erzielten die Suffolklammböcke einen guten Durchschnittspreis. Die beiden anderen Ia –Lammböcke stellten die Züchter Dreher und Dreyer. Die 23 in Zuchtwertklasse I gekörten Jährlinge wurden in 4 Altersklassen rangiert. Die Klassensieger kamen aus den Zuchten von Dreher und Dreyer sowie Onken, Stadland und Rüdebusch, Augustgroden. Siegerbock wurde schließlich der 115 kg schwere und sehr gut bemuskelte Bock von Dreyer. Der züchterische Erfolg wurde mit der silbernen Plakette des Landwirtschaftsministeriums und einem Pokal der Stadt Cloppenburg belohnt. Rüdebusch bekam für den Reservesieger die bronzene Preismünze der Landwirtschaftskammer. Von den 24 angebotenen Jährlingsböcken der Rasse konnten 23 für durchschnittlich 607 Euro verkauft werden. Mit dem Zuschlagspreis von 1.500 Euro war der Siegerbock auch gleichzeitig der teuerste Jährlingsbock.

Alle sechs von Dorstmann, Moormerland, ausgestellten Böcke der Rasse Charollais konnten verkauft werden. Teuerster Bock war hier mit 750 Euro der Ia – Jährlingsbock. Auch der einzige aufgetriebene Jährling der Rasse Berrichon du Cher fand für 700 Euro einen neuen Besitzer.

Das Kontingent an Weißköpfigen Fleischschafen war in diesem Jahr mit 34 Tieren mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr. Allerdings konnten am Auktionstag nicht alle Tiere verkauft werden. Neun Jährlinge und zwölf verkaufte Lammböcke erlösten im Schnitt 550 / 404 Euro. Bei den Jährlingen kamen beide Klassensieger aus dem Betrieb Köhne, Nordenham, wofür er eine bronzenen Plakette der LWK bekam. Sieger bei den Lammböcken wurde ein 80 kg schwerer, harmonischer und gut herausgebrachter Jungbock von Warnke, Butjadingen vor einem Bock von Schmidt aus Berne. Einen weiteren Klassensieger stellte Vorrath aus Ense, NRW. Die hiesigen Weißkopfzüchter freuten sich über die Beteiligung der Züchter aus Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Bei der Kaufentscheidung für fleischbetonte Böcke werden erfahrungsgemäß vor allem das Gewicht und die Bemuskelungsnote berücksichtigt. Allerdings schauen zahlreiche Kaufinteressenten auch auf die tägliche Zunahme der Zuchttiere und zunehmend auch auf die errechneten Zuchtwerte, die neben den eigenen Leistungen sämtliche Verwandteninformationen berücksichtigen. Auch jetzt stehen noch einzelne gute, geprüfte Jungböcke und Jungschafe zum Verkauf. Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstellen der Schafzuchtverbände.

Klaus Gerdes, LWK Niedersachsen

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