Bundesschau Schafe 2020

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Auktion Cloppenburg wird Schaftage Nord-West

Der Auktionsstandort Cloppenburg wird auf Beschluss des Beirats vom Landes-Schafzuchtverband ab 2020 eine zweitägige Schafauktion unter dem Namen Schaftage Nord-West. Die zweitägige Auktion wird weiterhin in der Münsterlandhalle in Cloppenburg stattfinden. Dort findet Anfang August schon seit 1996 die Körung und Auktion von Ostfriesischen Milchschafen und später auch von Texelschafen und weiteren Fleischschafrassen aus Maedi-unverdächtigen Beständen statt. Damit hat sich diese Veranstaltung mit Abstand zur größten Schafauktion in Niedersachsen entwickelt.

Das Angebot an Milchschafböcken war in diesem Jahr zu groß. Zwar konnten sieben Jungböcke an Interessenten aus Luxemburg und den Niederlanden verkauft werden, aber die Kunden aus England und Israel wurden vermisst. Bei den Milchschafen ist die Auktion seit einigen Jahren bundesweit geöffnet worden. In diesem Jahr nutzten zwei Züchter aus Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen das Angebot und brachten Tiere zum Verkauf nach Cloppenburg. Alle Verkaufstiere stammen aus Maedi-unverdächtigen Beständen und haben den Srapie-Genotyp ARR/ARR (scrapieresistent). Die 31 verkauften Lammböcke erzielten einen Durchschnittspreis von 458 Euro (Vorjahr: 49 Böcke verkauft für 620 Euro). Höchstpreise von 900 Euro erzielten der Reservesieger von Ahrends aus Eggelingen und der Ia-Bock der jüngsten Altersklasse aus der Zucht von Markus, Leezdorf. Dieser Bock aus einer Drillingsgeburt wog beim Auftrieb 72 kg und hatte zuvor bei der Körung die Höchstnoten 8/9/8 für die Merkmale Wolle, Bemuskelung und Äußere Erscheinung, bekommen. Die höchste Auszeichnung, eine silberne Plakette des nds. Landwirtschaftsministeriums, bekam der Zuchtbetrieb Schröder, Moordorf, für den Siegerbock. Schröder zählte mit fünf Jungböcken und zwei Jungschafen zu den größten Beschickern der Auktion. Ein Jungschaf von Schröder wurde Reservesieger bei den weiblichen Tieren und konnte für 400 Euro verkauft werden. Den Spitzenpreis von 650 Euro bekam hier Melbaum, Haselünne, für das Siegerschaf. Der Züchter wurde mit der goldenen Plakette der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet. Im Schnitt erreichten die Jungschafe mit 356 Euro einen guten Durchschnittspreis.  

Schwarze Ostfriesische_Milchschafe

 

Insgesamt elf schwarze / gescheckte Lammböcke wurden in Zuchtwertklasse I gekört. Hier setzte sich ein schicker Bock aus der Zucht von Ahrends, Eggelingen durch. Die Züchterin erhielt eine bronzene Plakette der Landwirtschaftskammer. Sechs schwarze Böcke fanden in Cloppenburg neue Besitzer.  Neben den Milchschafen wurden über 50 Texelböcke, 9 Charollaisböcke und zwei 2 Rouge de l´Ouest - Böcke zum Verkauf angeboten. Der Auftrieb an Fleischschafböcken wurde in den letzten Jahren stark erweitert und das große Angebot lockte Interessenten aus zahlreichen Bundesländern nach Cloppenburg. Alle Jungböcke waren im Alter von 80 – 120 Lebenstagen im Rahmen einer Feldprüfung gewogen und selektiert worden. Dabei wurden per Ultraschall auch die Muskeldicke und die Fettauflage gemessen. Die gemessenen Werte fließen in eine bundesweite Zuchtwertschätzung für derzeit 25 Schafrassen ein. Kaufinteressenten konnten also gezielt züchterisch wertvolle Tiere auswählen. Die Texeljährlinge/ Lammböcke kosteten durchschnittlich 783/473 Euro. Lediglich 4 jüngere Lammböcke fanden an dem Tag keinen neuen Besitzer. Zwei Jungböcke konnten in die Schweiz abgesetzt werden. Die Lammböcke wurden in vier Altersklassen eingeteilt und rangiert. Klassensieger stellten die Züchter Jacobsen aus Volkensen (2), Zießow aus Delmenhorst und Bremer aus Balge. Zum Siegerbock erklärte der Preisrichter Fischer, Schleswig-Holstein, einen sehr harmonischen und stark bemuskelten Bock von Bremer. Der Züchter wurde mit der silbernen Plakette des Ministeriums und einem Pokal der Stadt Cloppenburg geehrt. Bei der Versteigerung erlöste das Tier den Höchstpreis von 800 Euro. Jacobsen bekam als Auszeichnung für die beiden Klassensieger eine Medaille und eine Stallplakette des Bundesverbandes, der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, VDL. Der Züchter Zießow hatte den besten Jährlingsbock bei den Texelschafen und bekam eine Plakette des Schafzuchtverbandes. Nach einem spannenden Bieterduell wurde der Bock zum Tageshöchstpreis von 1.200 Euro zugeschlagen. Auch das beste Jungschaf bei den Texeln kam aus dem Stall von Bremer. Alle acht angebotenen Jungschafe konnten verkauft werden und erzielten im Schnitt 318 Euro (Vorjahr vier Böcke für 263 Euro). Die Charollais- Jährlingsböcke / Lammböcke kosteten durchschnittlich 650/367 Euro.

RDO-CLP-2019-Lammböcke-3

Erstmalig waren in diesem Jahr zwei Lammböcke der französischen Rasse Rouge de l` Ouest aufgetrieben worden. Kennzeichnend sind der rötliche, unbewollte Kopf und die feinen, rötlichen Gliedmaßen. Die Rasse gilt als mittelgroße und sehr muskulöse Fleischschafrasse. Die beiden Ende Februar geborenen Jungböcke wirkten mit einem Gewicht von gut 50 kg noch relativ jugendlich und fanden an dem Tag leider keinen neuen Besitzer.

 

Bei der Kaufentscheidung für fleischbetonte Böcke wurde bislang vor allem das Gewicht und die Bemuskelungsnote berücksichtigt. Vermehrt schauen die Kaufinteressenten auf die tägliche Zunahme und auf die bei der Ultraschallmessung festgestellten Werte zur Rückenmuskeldicke und Verfettung. Allmählich werden auch die für die einzelnen Merkmale errechneten Zuchtwerte, die neben den eigenen auch sämtliche Verwandteninformationen berücksichtigen, stärker beachtet.

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