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Zucht gefährdeter Schafrassen
19 Dez 2017 15:58

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Anerkennung scrapieresistenter Best...
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Die Scrapie (Traberkrankheit) gehört zur Gruppe der übertragbaren, zentralnervösen Erkrankungen [ ... ]

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Weidetierhalter auf der Grünen Woch...
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Seit vier Monaten arbeitet die Interessengemeinschaft WNON Weidetierhalter Deutschland gemeinsam m [ ... ]

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Ostfriesische Zuchtböcke in Israel
19 Dez 2017 13:35Ostfriesische Zuchtböcke in Israel

Anfang September traten 41 Jungböcke der Rasse Ostfriesisches Milchschaf ihre Reise nach Israel a [ ... ]

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Schwarzkopf- und Suffolk-Elite 2018
18 Dez 2017 15:57

Die nächste Eliteauktion für Jährlingsböcke der Rassen Schwarzköpfiges Fleischschaf und Suffo [ ... ]

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Export Israel 2017 002Anfang September traten 41 Jungböcke der Rasse Ostfriesisches Milchschaf ihre Reise nach Israel an. Dort sollen sie in der weltweit bekannten Rasse Assaf-Schaf für eine Blutauffrischung sorgen.

In Vorderasien und gerade auch in Israel hat die Schafhaltung historisch gesehen schon immer eine überragende Rolle gespielt. Bereits die frühen Juden nutzten das Schaf zur Erzeugung von Wolle, Fleisch und Milch. Schafe sind außerdem leicht zu transportieren und Schafe begleiteten zahlreiche jüdische Siedler rund um den Erdball.

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen jüdische Schafzüchter in Palästina mit der züchterischen Verbesserung des dort beheimateten Awassi-Schafes. Das Awassi ist ein großrahmiges Fettschwanzschaf mit langen Hängeohren, einer schlichten Wolle und einem auffallend großen Euter. Während die Mutterschafe hornlos sind tragen die Böcke meist Hörner an ihrem schmalen, häufig geramsten Kopf. Durch Leistungsprüfung und Selektion wurde die Fleisch- und vor allem die Milchleistung dieser Rasse verbessert. Es entstand das sog. verbesserte Awassi-Schaf und die Milchleistung wird mit etwa 550 Litern pro Jahr angegeben. Doch die Reproduktionsrate der Awassi blieb gering und jährlich wurde nur ein Lamm geboren.

Im Jahre 1955 begannen israelische Forscher mit dem Import und der Einkreuzung von Ostfriesischen Milchschafen mit dem Ziel, die Fruchtbarkeit des Awassi-Schafes zu verbessern. Verschiedene Kreuzungsversuche ergaben, dass eine Kombination von 3/8 Ostfriesischem und 5/8 Awassi Genanteil am besten geeignet ist für ein Schaf mit hoher Vitalität, Milchleistung und Fruchtbarkeit. Die neu gezüchtete Rasse wurde Assaf-Schaf genannt. Im Assaf-Schaf sind die positiven Eigenschaften des Awassi und des Ostfriesischen Milchschafes vereinigt.

In der Literatur finden sich Leistungsangaben zu 450 Litern Milch und 1,3 Lammungen pro Jahr und 1,6 geborene Lämmer je Lammung. Die Tiere wurden immer schon in großen Anlagen gehalten und das Euter gilt als ausgesprochen melkmaschinentauglich. Auch durch die Anpassungsfähigkeit an trockene Standorte und geringe Grundfutterqualitäten wurde das Schaf interessant für Milcherzeuger in vielen Ländern. Ab 1977 erfolgten umfangreiche Exporte von Zuchttieren, aber auch Embryonen und Sperma nach Südamerika, Ozeanien, Osteuropa und in die EU. In Spanien und Portugal zählt das Assaf-Schaf heute zu den vorherschenden Milchschafrassen und wurde von dort aus in weitere Länder exportiert. Gut 50 Jahre nach den letzten Importen von Ostfriesischen Milchschafen nach Israel beabsichtigen die israelischen Schafzüchter eine Blutauffrischung beim Assaf-Schaf durchzuführen und erneut Genetik aus Ostfriesland einzuführen.

Erste Kontakte zum Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems e.V. wurden auf der Eurotier im Herbst 2016 in Hannover angeknüpft. Im Sommer dann war es soweit und eine vierköpfige Delegation aus Israel reiste zur Bockauktion nach Cloppenburg. Dort waren gut 50 Böcke zur Körung und Auktion angemeldet. Da auch Käufer aus England und Slowenien vor Ort waren, um Zuchtböcke zu ersteigern, konnten die Interessenten aus Israel an diesem Tag nur 10 Jungböcke erwerben. Das große Interesse an Ostfriesischen Milchschafen führte zu zahlreichen spannenden Bieterduellen und zu einem stolzen Durchschnittspreis von 650 Euro für die Jungböcke. Noch am Auktionstag wurde ein weiterer Termin zur Selektion von Böcken organisiert und am Folgetag erwarben die Israelis weitere 31 Tiere. Alle 41 Böcke mussten den Scrapie-Genotyp ARR/ARR (scrapieresistent) haben und auf Salmonellose und Brucella ovis untersucht werden. Ausgesucht wurden nur gut entwickelte Tiere mit korrekten Fundamenten. Berücksichtigt wurden Tiere aus 10 verschiedenen Blutlinien.

Export Israel 2017 005

 

Anfang September dann war es soweit. Zwölf Züchter waren aufgefordert die selektierten Jungböcke zur EU-Sammelstelle nach Aurich zu bringen. Von dort wurden sie per Spedition zum Flughafen nach Frankfurt transportiert. Hier waren von einer Zimmerei eigens drei Boxen angefertigt worden mit denen die Tiere in den Frachtraum einer Lufthansa-Maschine verladen wurden. Die Boxen waren großzügig mit Sägespänen eingestreut und während des mehr als sechsstündigen Fluges standen Heu und Wasser zur Verfügung. Die Verladung von Zuchtschafen war auch für die Flughafenmitarbeiter etwas Besonderes. Drei Veterinäre sind im Tierterminal der Lufthansa für die Einhaltung der Veterinär- und Tierschutzbestimmungen verantwortlich. Nach Angaben der Geschäftsführung der Israeli Shepp Association sind die Tiere planmäßig und wohlbehalten in Israel angekommen und wurden in einem Quarantänestall in der Nähe des Flughafens in Tel Aviv gebracht.

Die Schafexperten aus Israel kündigten an, dass in den kommenden Jahren weitere Ostfriesische Milchschafe importiert werden sollen.

 Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie


 

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