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 Jährlich wird den Mitgliedern der niedersächsischen Schafzuchtverbände eine mehrtägige Lehrfahrt angeboten. Auch dieses Jahr war der Reisebus wieder vollbesetzt. Die Fahrt führte die Züchter und Schafzucht-Interessierten nach Niederbayern. Neben einem abwechslungsreichen Kultur-Programm (Passau und seine Sehenswürdigkeiten) wurden einige interessante Zuchtbetriebe und Schäfereien besichtigt.

 

Bei der Fahrt durch Niederbayern und den Bayerischen Wald waren die Teilnehmer angetanHüten3 von der schönen abwechslungsreichen Landschaft. Auffällig war, dass an vielen Schafweiden und auch Deichen kaum Festzäune zu finden sind. Vielfach wird mit Elektroknotengittern eingezäunt und in größeren Schäfereien werden die Herden traditionell gehütet. Schaf- und Ziegenhaltung hat in Bayern eine lange Tradition. In keinem anderen Bundesland werden mehr Schafe oder Ziegen gehalten. 6.200 Betriebe halten rund 378.000 Schafe. Ähnlich wie in Niedersachsen gibt es eine große Rassevielfalt. Die Herdbuchzüchter sind in der Bayerischen Herdbuchgesellschaft organisiert. Dort gibt es mehr als 400 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 17.000 Zuchtschafen aus 40 verschiedenen Rassen. Mehr als jedes dritte Zuchtschaf in Bayern ist ein Merinolandschaf. Jeweils mehr als 1.000 Zuchtschafe gibt es noch bei den weißen und braunen Bergschafen und bei den Rassen Rhönschaf, Coburger Fuchsschaf und Waldschaf. Die Rasse Merinolandschaf hat einen asaisonalen Brunstzyklus und ist deshalb interessant für Direktvermarkter und Betriebe, die ganzjährig Schlachtlämmer vermarkten. Die Schlachtkörpereigenschaften dieser Rasse wurden in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert.

 Schafstall Baron Riederer

Auch im Gutshof Polting der Familie Riederer von Paar werden Merinolandschafe gehalten. Schafe kamen bereits im Jahr 1928 auf den Hof. Heute sind der gesamte Betrieb und auch der Ackerbau auf die Haltung von etwa 800 Mutterschafen ausgerichtet. Einen angestellten Schäfer hat es immer auf dem Hof gegeben und die Hüte-Flächen lagen weit entfernt am Tegernsee oder in der Nähe von München. Die betriebseBaron Riedererigenen Flächen sind arrondiert und heute alle eingezäunt. Der vor 3 Jahren neu errichtete Stall bietet reichlich Platz, so dass nachts alle Schafe aufgestallt werden können. Im Futtermischwagen wird die Futterration vorbereitet und dann auf die Futterbänder verteilt. Verwendet werden Heu, Mais, Weizen, Erbsen, Klee und Luzerne. Bei den Muttertieren werden drei Lammungen in 2 Jahren angestrebt. Wöchentlich werden bis zu 60 Lämmer mit einem Gewicht von 42-45 kg in einem Betrieb im Nachbarort geschlachtet. Die Schlachtkörper werden in der hofeigenen Metzgerei von zwei angestellten Metzgern verarbeitet. Die Produktpalette reicht von Steak und Lammkeule bis zum Leberkäse und zum Pfefferbeißer und Lammwurz‘n. Wöchentlich werden mehr als 35 Restaurants in München mit selbst erzeugtem Lammfleisch, aber auch mit Wild und Geflügel aus der Region unter dem Markennamen Gutshof Polting beliefert. Die Vermarktung über den Hofladen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Der Gutshof Polting ist kein Biobetrieb. Nach Angaben des Betriebsleiters sind den anspruchsvollen Kunden in München der regionale Aspekt und der direkte Bezug zum Erzeuger genauso wichtig. Erfreulich ist, dass der Hofnachfolger derzeit Landwirtschaft studiert und einmal den Betrieb übernehmen möchte.

 

Auch der Vilstalschäfer wirbt mit dem Slogan „Natürlich; Regional“. Zum Betrieb gehören eine HerdAb Hof Verkauf Vilstalschäfere Merinolandschafe und 110 Milchschafe der Rasse Lacaune. Die Merinolandschafe werden gehütet und zur Landschaftspflege eingesetzt. Im Sommer sind sie im Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleiten“ und auf weiteren Flächen rund um Landshut. Es wird überlegt, diesen Betriebszweig mittelfristig aufzugeben. Besser zufrieden ist man mit der Milchgewinnung, Verarbeitung und dem Verkauf von bis zu 60 verschiedenen Schafmilchprodukten. Der Verkauf im Hofladen, auf Wochenmärkten und über zwei Wiederverkäufer verläuft sehr gut. Im Rahmen einer VLacaune Melkstanderkostung konnten sich die Fahrtteilnehmer von der Qualität und dem guten Geschmack überzeugen. Bereits zwei Jahre nach Übernahme des Betriebes wurden 2010 die Milchkühe abgeschafft und eine Herde Milchschafe angeschafft. Nach und nach wurden Stall, Melkstand, Käserei und Heutrocknung für die Milchschafhaltung errichtet bzw. umgebaut. Die Milchschafe bekommen nur Heu und keine Silage. Daneben werden Erbsen, Rapsschrot und Zuckerschnitzel, aber keine fertige Kraftfuttermischung verabreicht. Gute Schafe geben derzeit bis zu 380 Liter in einer Laktation. 110 Tiere können auf dem Melkstand für 24 Schafe in etwa einer Stunde gemolken werden. Als Vorteil der Rasse Lacaune wird die lange Brunstsaison und die geringe Anfälligkeit für Maedi genannt. Nachteilig ist, dass die Zitzen häufig nicht am Euterboden, sondern seitlich am Euter sitzen. Außerdem gibt es in Deutschland kaum Züchter, so dass Zuchtböcke immer aus Frankreich importiert werden müssen.

 

Beste Schwarzköpfe

In Wurmsham wurde der Zuchtbetreib von Willi Huber besichtigt. Huber ist vielen bereits als erfolgreicher Beschicker der jährlichen Eliteauktion für Schwarzköpfige Fleischschafe bekannt. Die Jungböcke, die zum Verkauf auf der Eliteauktion im März 2017 in Cloppenburg vorgesehen sind, wogen bereits annähernd 100 kg und präsentierten sich sehr gut. Neben der Elite werden die Märkte in Ingolstadt und Osterhofen mit Zuchtböcken beschickt. Vor kurzem konnten 40 Tiere in die Slowakei exportiert werden. Die Teilnehmer waren begeistert von den extrem gut bemuskelten Mutterschafen. Ein Großteil der etwa 70 Mutterschafe befand sich im Ritt. Im Deckeinsatz war ein großrahmiger und sehr korrekter Zuchtbock des nds. Züchters Rehse. Neben den eigenen Grünlandflächen wird auch ein 1,5 ha großer Solarpark durch die Schafbeweidung gepflegt.
 
 

Merinolandschafe Richter

 

Der Schäfer Franz Richter hat vor langer Zeit schon mal Deichflächen an der Ems gepflegt. Seit etwa 30 Jahren bewirtschaftet er 100 ha Deich- und Vorlandflächen an der Donau im Raum Deggendorf, Moos. Die Deichflächen sind überwiegend gekoppelt, aber im Herbst wird die Herde von 500 Merinolandschafen gehütet. Hof und Stallungen liegen auf der anderen Donauseite, so dass die Donau zweimal im Jahr mit allen Mutterschafen überquert werden muss. Zum Deckeinsatz kommen Merinolandschaf –und Fleischschafböcke. Das Ablamm-Ergebnis liegt bei 150%. Ein Großteil der Schlachtlämmer wird über die Erzeugergemeinschaft vermarktet. Seine Ehefrau betreibt die Waldschänke Grieshaus – ein einladendes Gasthaus mit Biergarten in der Nähe der Isarmündung.

 

 
Auch Michael Schlamp Auto Schlamp1pflegt mit 700 Merinolandschafen Deich- und Vorlandflächen der Donau. Außerdem werden noch Naturschutzflächen (Magerrasen) gehütet, wo zusätzlich etwa 70 Ziegen mitlaufen. Einige Milchziegen werden auch als Ammen zur Aufzucht von Tucker-Lämmern genutzt. Nach seiner Meisterprüfung hat er sich 2004 in Neustadt an der Donau selbständig gemacht. Vor vier Jahren wurde ein neuer, moderner Schafstall außerhalb des Dorfes gebaut. Irgendwann soll dort auch noch ein Wohnhaus errichtet werden, damit er mit seiner Frau, den vier Kindern und dem Auszubildenden immer vor Ort bei den Tieren sein kann. Das Ehepaar Schlamp hat seine „Schaf-Gene“ an die Kinder weiter gegeben und die beiden ältesten haben im letzten Jahr an der 1. Deutschen Jungzüchtermeisterschaft in Wüsting teilgenommen. Schlamp gehört zu den größten Herdbuchzüchtern in Bayern. Jährlich wird die Prüfanstalt in Grub mit Nachkommen-Gruppen beschickt. Es gibt drei Ablamm-Zeiten, im Frühjahr, im August und Dezember. Alle Zuchtlämmer werden traditionell mit der Abstammungsnummer tätowiert und die ungeliebten Ohrmarken so spät wie möglich eingesetzt. Schlamp kritisiert, dass sich die Politik zu wenig für die Schafhaltung engagiert. Für den Stall-Bau hat es allerdings Fördermittel gegeben und durch die Ziegenhaltung konnte die Agrarförderung gesteigert werden. Insofern blickt er optimistisch in die Zukunft und gibt als Ausbilder sein umfangreiches Fachwissen an die zukünftige Schäfergeneration gerne weiter.    
      
Die Reiseteilnehmer aus Niedersachsen bedankten sich beim Schäfer Schlamp und den anderen Betriebsleitern für die Möglichkeit zum Betriebsbesuch, die vielen Informationen und die herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft. - K. Gerdes LWK - Niedersachsen
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