Rassebeschreibung

Die Graue Gehörnte Heidschnucke ist ein mischwolliges Landschaf, das sich den besonderen Verhältnissen der Heidelandschaft sehr gut angepasst hat. Hüte- und Koppelhaltung sind möglich. In der klassischen Hütehaltung der Lüneburger Heide ernährt sich die Heidschnucke auf den unter Landschafts- oder Naturschutz stehenden Flächen von der jungen, wie auch holzigen Heide, der Drahtschmiele, dem Birkenaufschlag, Ginster und allen im Heidebiotop wachsenden Pflanzen. Zur bedarfs- und tiergerechten Nährstoffversorgung braucht eine unter diesen Bedingungen gehaltene Heidschnuckenherde weitere Grünlandflächen, Zwischenfrüchte und nach Möglichkeit abgeerntete Ackerflächen (Getreide, Raps, Rüben, Kartoffeln) zum Nachweiden.
Die Graue Gehörnte Heidschnucke kann auch auf Grünland in der Koppel problemlos gehalten werden. Der Kraftfutterbedarf ist in beiden Haltungsverfahren gering.
Der längliche Kopf der Mutterschafe trägt nach hinten gebogene Hörner, der der Böcke schneckenartige Hörner. Die kleinen Ohren stehen schräg aufwärts. Der Rumpf ist tief und geschlossen, die Rippe gut gewölbt, das Fundament korrekt gestellt, fein und trocken, die Klaue hart.
Die Wolle hat DE bis E/EE-Feinheit (38 - 39 Mikron). Das äußere Vlies besteht aus grobem Oberhaar, das innere Vlies aus feinerem, weichen Unterhaar. Die Lämmer werden mit schwarzer, gelockter Wolle geboren. Das Haar beginnt sich im Laufe des 1. Lebensjahres zu verfärben, und erst nach der 1. Schur stellt sich die rassetypische graue Farbe ein.
Die Brunst ist saisonal, die Erstbelegung in Hütehaltung erfolgt i. d. R. im Alter von 18 Monaten; bei nährstoffreicherem Futterangebot, insbesondere bei der Koppelhaltung, ist sie auch früher möglich.

Zuchtziel

Das Ziel ist die Züchtung eines bodenständigen, widerstandsfähigen und zur Landschaftspflege auf trockenen (leichten) Standorten besonders geeigneten Landschafes, welches über einen ausreichend großen Rahmen mit entsprechend guter Bemuskelung verfügt. Korrektes Fundament und harte Klauen sind hierfür eine zwingende Voraussetzung.
Der Schlachtkörper soll an den wertvollen Teilstücken möglichst gut ausgebildet sein und ein wildbretartiges, fettarmes, wohlschmeckendes Fleisch liefern.
Das mischwollige Vlies wird gleichmäßig ausgebildet und nicht zu hell gefärbt verlangt (als Ideal wird ein silbergraues Vlies mit schwarzem Brustlatz angesehen, Hals- und Nackenpartie sollten bis zum Widerrist ebenfalls schwarz gefärbt sein). Kopf, Beine und Schwanzbereich sollen unbewollt und schwarz behaart sein. Graues Stichelhaar ist unerwünscht.
Die Hörner sollten bei beiden Geschlechtern ausreichend weit gestellt sein, um bei Böcken ein Einwachsen der Hornschnecken in den Kopf zu vermeiden.

C. Leistungsangaben:

 
Körpergewicht
Vliesgewicht
Fruchtbarkeit
Altböcke
75 - 90 kg
4,0 kg
Jährlingsböcke
60 - 80 kg
2,5 – 3,0 kg
Mutterschafe
45 - 55 kg
1,7 – 2,5 kg
100 %
Jährlingsschafe
35 - 45 kg
1,5 kg

Die Graue Gehörnte Heidschnucke ist genetisch zu Mehrlingsgeburten befähigt und in der Lage, mehrere Lämmer aufzuziehen. Sie passt sich in ihrer Fruchtbarkeitsleistung somit ideal an die vorgegebenen Futtergrundlagen und Haltungsbedingungen an. In der Koppelhaltung werden Mehrlingsgeburten angestrebt, in der Hütehaltung sind Einlinge erwünscht.

Zuchtzielbeschreibung des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter, 1999

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